Robert Häusser

Robert Häusser

Robert Häusser wurde 1924 in Stuttgart geboren und bekam mit 14 seine erste Kamera. Sein Leben und Karriere drohten immer wieder in Krieg und Totalitarismus unterzugehen. Sein Vater engagierte sich gegen Hitler und wurde 1936 als Verschwörer in Dachau inhaftiert. Häusser selbst kam später als Soldat in amerikanische Gefangenschaft. Und als er mit seinen Fotos schon während des Studiums in Weimar auch im Westen Beachtung fand, machte er sich bei den DDR-Behörden verdächtig. Nachdem er sich geweigert hatte, dem Sozialistischen Künstlerbund beizutreten, floh Häusser 1952 nach Westdeutschland. 
Robert Häusser wird einer der wichtigen deutschen Fotokünstler der Nachkriegszeit. Er arbeitet in minutiös austarierten Schwarzweißtönen, aus denen sein gesamtes fotografisches Werk geschaffen ist. Farbfilm - 'zu geschwätzig' - kam für ihn nicht in Frage. 
In Mannheim etabliert er sich schnell als Auftragsfotograf. Schon 1950 folgen erste Ausstellungen, so auf der ersten Photokina in Köln. 
Bald wurden die Bilder Häussers auch in westdeutschen Publikationen gedruckt und mit Preisen bedacht.  Die gesamte Familie gerät in der DDR unter Druck und flieht nach Westdeutschland. In Mannheim fasst Robert Häusser Fuß und machtsich mit Auftragsarbeiten einen Namen. 1957 baut er dort ein eigenes Studio für Fotografie.
In den 1960er Jahren beginnt Häusser, im Auftrag namhafter Zeitschriften zu reisen, veröffentlichte weitere Bücher und porträtierte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur. 1968 beschließt der erfolgreiche Fotograf  keine Auftragsarbeit mehr zu machen und „nur noch zu fotografieren, was mich wirklich interessierte“.
Tod, Vergänglichkeit, Ausweglosigkeit blieben seine Sujets. Während andere die Rennwagen triumphierender Champions fotografieren, nimmt Häusser den fabrikneuen Formel-1-Boliden auf, dessen Fahrer Jochen Rindt verunglücken sollte. Der Fotograf verbot er dem Betrachter den Genuss des Pittoresken.
Selbst seine Auftragsarbeiten, sind keine Ausnahme: Häusser zeigt isländische Walfänger, Köhler aus dem Odenwald, Ärzte, die sich mit großer Spritze über ein Neugeborenes beugen, Kernkraftwerksangestellte, Laborantinnen bei BASF. Seine von der Neuen Sachlichkeit inspirierte Bildsprache lassen Häussers Bilder wie historische Dokumente wirken.
Häusser war zeitlebens kulturpolitisch aktiv. Als mit der aufkommenden Digitalfotografie die Produktion seines bevorzugtes Fotopapiers eingestellt wird, gibt Häusser das Fotografieren auf. Er beschäftigt sich mit der Archivierung und Ordnung seines Werkes. 
Die vorliegende Fotografie ist sein berühmtestes Bild:
Er fotografiert den verpackten Rennwagen von Jochen Rindt. Was er damals nicht ahnt - in genau diesem Auto sollte Rindt kurz darauf tödlich verunglücken. Die bei KunstKontor präsentierte Arbeit ist das unikatäre Original aus seiner Zeuit. Es ist keine der später erstellten Print-Auflagen. 

 

«J.R.5-7-70»

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